Marc Ottiker : Stefan Kraft's "Baggage" series
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Sie stehen regungslos. Ob allein oder in Gruppen – sie stehen buchstäblich für sich. Zwischen auf Quaderformen reduzierten Gepäckstücken. Wartende auf einem stillgelegten Bahnhof. Eine Reise zu sich selbst antretend. Ihr Wesen ist nach innen gerichtet. Sie wirken verschlossen. Sie sind für sich. In ihrem Innern rumort es – worauf die eruptive Rohheit ihrer Ausführung schließen lässt –, doch von der Welt sind sie abgekehrt. Das macht sie verletzlich. Es entsteht ein eigentümliches Gefühl von Abwesenheit. Sind es nur die Spuren von einmal anwesend Gewesenen? Abdrücke von Seelen? Vergessene Schatten? Geister? Oder Fundstücke? Es tauchen hin und wieder eingearbeitete Papierfetzen auf. Sie ergeben zufällige Ornamente. Eine Figur ist ganz auf so einem Fundstück festgehalten. Bricht aus dem Zyklus aus. Stefan Kraft mag das. Ausnahmen von der Regel. Unregelmäßigkeiten. Eine andere Figur sitzt. Mit der Welt verbunden und doch für sich. Es offenbart sich ein Blick auf das Seelische unseres Lebens. Nur in der Abkehr können wir zu uns finden. Kontemplation. Für sich sein. Und doch spricht Vitalität aus den Arbeiten. Der Strich ist roh, wie ein Ausbruch. Ungehobelt. Hier wird nichts beschönigt oder begradigt. Das kommt aus dem Bauch heraus. Eine Dringlichkeit ist spürbar. Mit sicherer Hand "gchriblet", wie man in der Schweiz sagt. Diese Malerei steht in der Tradition eines Dubuffet oder Twombly. Das Ringen um einen verschlossenen Ausdruck. Kraftvoll und zart. They stand inert: whether alone or in groups, they literally stand alone. Among items of luggage that have been reduced to block forms. Waiting at a disused station. About to start a journey within themselves. Their whole being is turned inwards. They appear withdrawn. They are self-contained. Inside, there is turmoil, as intimated by the eruptive rawness of the finish – but they have turned away from the world. Which makes them vulnerable. A strange sense of absence is felt. Is it just the traces of past presences? Impressions of souls? Long-forgotten shadows? Ghosts? Or found objects? Stray paper scraps have been worked into the surface. They produce incidental ornamentation. One figure has been placed entirely on such a found object, thus breaking out of the mould. This is to Stefan Kraft's liking. The unexpected. Another figure is seated. Connected to the world, yet self-contained. It offers an insight into the spiritual side of our lives. Only by turning inwards can we find ourselves. Be by ourselves. And yet there is vitality in the work. The brushwork is rough, like an eruption. Untreated. Nothing is smartened up or levelled off. It speaks from the heart. A certain urgency can be felt. Scribbled, but with a sure hand. This painting style belongs to the tradition of Dubuffet or Twombly. The struggle over enclosed expression. Crafted in strength and gentleness. (Translation by Helen Carter) |
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