Helmut Junger : Stefan Krafts Bilder
|
In vielen von Stefan Krafts Bildern stehen Gegenstände oder Szenen aus unserem täglichen Leben im Mittelpunkt. So ist es manchmal ein Stuhl oder mehrere, ein Tisch oder ein Gepäckstück. Die meist schemenhaft und mit tropfendem Pinsel auf die Leinwand gesetzten assoziativen Formen schöpfen ihre Intensität dabei aus der Farbe. Die Skizzenhaftigkeit und Flüchtigkeit der Darstellung täuscht Leichtigkeit nur vor. Die Serie vom "Schlimmen Unfall" zeigt so zum Beispiel in verspielter Manier, mit welcher kindlichen Faszination wir als Betrachter die Augen aufreissen und zu Voyeuren eines furchtbaren Geschehens werden, von dem wir die Augen nicht abwenden können. Die einzige Möglichkeit, das zu ertragen, ist die kindliche Darstellung der Autoschlange mit Blaulicht, die sich in Draufsicht wie ein Ornament der Leinwand bedient und sich von einer Ecke des Bildes zur nächsten windet, um jeden kleinsten freien Platz mit Aktion zu füllen.
Everyday objects or scenes from everyday life often form the focus of Stefan Kraft's pictures. It may be one chair or several, a table or a piece of luggage. The shapes from which we make these associations are mostly sketched on the canvas with a still-dripping paintbrush; they derive their intensity from colour. But in the sketchy, fleeting quality of the representation, lightness is only an illusion. The "Bad Accident" ("Schlimmer Unfall") series is a good example of this, showing in a playful way with what childlike fascination we as viewers cannot tear our eyes away from the scene and become voyeurs of a terrible event. The only way to bear this is the childlike portrayal of the queue of cars with blue lights flashing, which virtually decorates the canvas from above and veers from one corner of the canvas to the next, filling every available spot with action. (Translation by Helen Carter) |
| 123 |